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17. März | 19.00 Uhr Konzert "Faszination unvollen..."



Franz Schubert: Sinfonie "Die unvollendete"
Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem

Mozarts Requiem im Konzert „Faszination unvollen…“am 17. März

Was wäre, wenn… Zahlreiche Kunstwerke haben den Charme des unvollendet Seins. Nicht selten gibt es von einem romantischen Künstlerideal geprägte Geschichten über den plötzlichen Tod des Schöpfers. Manche Musikstücke sind dennoch so großartig, dass das Unvollendete kaum spürbar wird. Wieder andere tragen eine lange Geschichte mit zahlreichen Versuchen der Vervollständigung mit sich.
Das allerbekannteste Beispiel ist Mozarts Requiem. Der grandiose Film Amadeus hat einen großen Anteil am Mythos dieses Werkes. Vermutlich haben andere Verpflichtungen und letztlich wirklich der Tod Mozarts die Fertigstellung verhindert. Das Requiem werden wir als Torso aufführen und mitten im Lacrimosa da abbrechen, wo auch Mozarts Handschrift endet.
Ebenfalls legendhaft überhöht wurde Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“, eine Sammlung kunstvollster Fugen ausgehend von einem einzigen Thema. Die letzte und längste Fuge bricht völlig unvermittelt ab, nachdem mit den Tönen B-A-C-H ein dritter Abschnitt begonnen hat. Bach schreibt eine äußerst dichte und komplexe Musik und der Abbruch gehört zu den schockierendsten aller Abbrüche. Eine beliebte Geschichte ist, dass Bach seinen eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen konnte, denn die Kombination aller bisher aufgetretenen Fugenthemen in einer großangelegten Engführung wäre möglich und die ideale Krönung des ganzen Zyklusses „Kunst der Fuge“. Doch dazu kommt es nicht. Haben Bachs künstlerische Kräfte nicht ausgereicht?
Die bekannteste Sinfonie Franz Schuberts heißt heute „Die Unvollendete“. Erhalten sind zwei Sätze, die so gehaltvoll sind, dass man weitere Sätze kaum vermisst. Sein letztes Werk ist es allerdings nicht und wenige Skizzen existieren nur für einen dritten Satz.
Es ist sehr spannend sich unvollendeten Werken in ihrer Unterschiedlichkeit in einem Konzert anzunehmen.
Das Konzert findet am Samstag, den 17. März um 19.00 Uhr in St. Martin statt. Zur Nienburger Kantorei und zum Nienburger Kammerorchester kommt der Schulchor der Albert-Schweizer-Schule (Leitg. Antje Falldorf-Podehl) und der Schulchor „Maîtrise de Seine Maritime“ (Leitg: Mathias Charton). Solisten sind Yoora Lee-Hoff, Sopran; Ursula Daues, Alt; André Khamasmie, Tenor und Daniel Blumenschein, Bass. Christian Scheel hat die Gesamtleitung.
Karten gibt es an der Theaterkasse im Stadtkontor (16,-/14,-/10,-). Schüler haben an der Abendkasse freien Eintritt.