Jugend

Bilder und Video vom zweiten eXPerience-Gottesdienst


Ein sehr sehenswerter Film, der den  zweiten eXPerience-Gottesdienst vom 28. September in St. Michael in elf Minuten zusammenfasst, ist hier zu finden.

Zum Film kommen Sie über folgenden Link:

http://www.youtube.com/watch?v=Yvrd5fqxMUc

Der Gottesdienst fand diesmal in St. Michael statt. Das Thema lautete „Gut und Böse“. Musikalisch begleiteten uns die Band "Cammbo" und der "Gospelchor St. Martin". Außerdem wurde die ehemalige Jugendrichterin Frauke Pleines interviewt, um aus ihrer Erfahrung zu berichten. Zusammen mit ihr ging es den Fragen nach: Warum handeln Menschen oft böse? Warum gibt es das Böse in der Welt? Welchen Sinn hat Strafe und was kann sie bewirken?

Drei unterschiedliche Anspiele nahmen Erfahrungen aus dem Alltag von jungen und erwachsenen Menschen auf: In einem ersten Anspiel ging es um einen Bettler. Mehrere Stunden hat er in der Öffentlichkeit auf sehr geschickte Weise Menschen so angebettelt, dass sie ihm reichlich Münzen zusteckten. Am Ende ruft er seine Frau: "Komm, lass den Mercedes an; für heute ist es wieder mehr als genug!"

In dem zweiten kurzen Rollenspiel bot ein junger Mann ein tolles Fahrrad für einen sehr geringen Preis zum Kauf an. Schnell hatte er eine junge Kundin gefunden. Sie wunderte sich, dass das gute Stück so günstig zu haben sein sollte. "Ja, er habe halt Handy-Schulden, und da müsse er unter Preis verkaufen."
"Du hast es doch nicht etwa geklaut?" äußerte die angehende Käuferin ihre Bedenken. Da sie aber ein Fahrrad brauchte, konnte sie dies tolle Angebot nicht zurückweisen.

Im dritten Anspiel wurde deutlich, welch bedrückende Erfahrung Veronika Alteruthemeyer-Beck auf Kuba gemacht hat: Um wenigstens das Allernotdürftigste für Ihre Kinder zu bekommen, waren Eltern und Betreuer bereit, Kleinigkeiten zu stehlen - Zahnpasta, Shampoo und anderes. Kann man es ihnen verdenken?

 

Eine jugendliche Mitarbeiterin las die biblische Geschichte von Kain und Abel, zwei Brüdern, Kinder der ersten Menschen Adam und Eva. Kain ist neidisch auf seinen jüngeren Bruder Abel, auf seine Erfolge, auf seine Art zu leben. Er erschlägt seinen Bruder. Gott aber lässt ihn leben. Er zeichnet ihn und Kain darf als Gezeichneter in der Welt sein Leben gestalten.

In einem fiktiven Gerichtsprozess wird deutlich, dass der Mörder vor Menschen und unserer Gerechtigkeit keineswegs so gut davonkommt. Ist, was Kain getan hat, nur Totschlag aus einem Affekt heraus, oder ist es Mord aus niederen Beweggründen, vielleicht sogar geplant und sehr überlegt ausgeführt. Auf jeden Fall ist eine harte Bestrafung nötig.

Frauke Pleines, eine ehemalige Jugendrichterin, die in Neustadt gearbeitet hat, stellt in einem Interview fest, dass auch Jugendliche sich für ihr Tun und Handeln verantworten müssen. Aber im Unterschied zum Strafrecht für Erwachsene soll Jugendstrafe immer der Erziehung junger Menschen dienen und dazu beitragen, dass sie wieder in die Gesellschaft integriert werden und ein verantwortliches Leben in der Gemeinschaft führen können.

"Oben" trafen sie sich schließlich wieder: Kain und Abel. Sie kamen miteinander ins Gespräch. Sie konnten ihre Verdächtigungen und Vorurteile artikulieren. Sie lernten, sich mit anderen Augen zu sehen und auch den Bruder neu wahrzunehmen. Sie konnten sich miteinander versöhnen!

In zwei besonderen Aktionen konnten die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes sich aktiv beteiligen. Sie waren eingeladen, aufzuschreiben, was sie Böses getan haben und wodurch sie schuldig geworden sind. Diese "Schuldscheine" wurden anschließend verbrannt - als Zeichen der Vergebung.
Für die Dinge, wo sie anderen Menschen verzeihen, konnten die Besucher ein Licht anzünden, um so die Verzeihung leuchten zu lassen, einen neuen Anfang zu ermöglichen und das Leben neu werden zu lassen.
 
Mit zahlreichen Konfirmandinnen und Konfirmanden waren auch bewährte und neue Konfirmandenhelfer zum Gottesdienst gekommen. Sie wurden in den Altarraum eingeladen, es wurde mit ihnen und für sie gebetet und für ihre besondere ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde wurde ihnen von Pastor Marco Voigt der Segen Gottes zugesprochen.
 
Die weiteste Anreise hatte Bischof Phaswana aus unserer Partnergemeinde Pretoria in Südafrika. Er freute sich besonders über die vertrauten Klänge, die der Gospelchor ihm bot.
 
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